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01.03. 17:30

Presse: UBS will Ermotti über 2027 hinaus im Amt halten


ZÜRICH (dpa-AFX) - Die schweizerische Bank UBS will Konzernchef Sergio Ermotti einem Medienbericht zufolge über April 2027 hinaus im Amt behalten. Die Großbank sehe ihn für den anstehenden Streit mit dem Bund über strengere Kapitalregeln als unverzichtbar an, berichtete die "Neue Zürcher Zeitung" am Samstag unter Berufung auf informierte Kreise.

Die Suche nach einem Nachfolger werde deshalb aufgeschoben, hieß es in dem Bericht. Im Verwaltungsrat unter Präsident Colm Kelleher habe sich die Einschätzung durchgesetzt, dass, solange es in der Kapitalfrage keine Klarheit gebe, der Verwaltungsrat keinen geeigneten Nachfolger für Ermotti wählen könne. Eine Klärung der Regulierung dürfte sich Beobachtern zufolge bis mindestens 2028 hinziehen.

Ermotti hatte UBS bereits von 2011 bis 2020 geführt und wurde im Frühling 2023, kurz nachdem die Großbank die Konkurrentin Credit Suisse (CS) übernommen hatte, als Chef zurückgeholt. Er soll sicherstellen, dass die untergegangene Konkurrentin juristisch, organisatorisch und operativ so schnell wie möglich in UBS integriert wird.

UBS: Diskussion über Zeitpunkt des Rücktritts verfrüht

UBS äußert sich nicht zu einem konkreten Abgangstermin ihres Konzernchefs. Sergio Ermotti werde mindestens bis Anfang 2027 Gruppen-CEO bleiben, bekräftigte ein Banksprecher der Nachrichtenagentur AWP am Samstag. "Da die Integration wie geplant erst Ende 2026 weitgehend abgeschlossen sein wird und wichtige Arbeiten bevorstehen, um die Bank auf die nächste Phase ihrer Strategie und ihres Wachstumskurses vorzubereiten, ist es verfrüht, über den Zeitpunkt des Rücktritts von Sergio zu spekulieren."

Die systemrelevante Bank sieht sich nach dem CS-Untergang mit einer möglichen Verschärfung der Eigenkapitalregeln durch den Bund konfrontiert. Die von Finanzministerin Karin Keller-Sutter vorgeschlagenen Regeln sehen vor, dass UBS die Auslandstöchter künftig mit 100 Prozent ihres Werts besichern müsste statt wie derzeit mit 60 Prozent. Das könnte die Großbank dazu zwingen, bis zu 26 Milliarden Dollar zusätzliches Eigenkapital aufzubauen.

Bank prüft verschiedene Szenarien

UBS lehnte in der Vernehmlassung die Verschärfungen ab und warnte vor Wettbewerbsnachteilen im globalen Vermögensverwaltungsgeschäft. Der Bundesrat will im ersten Halbjahr 2026 einen Gesetzesentwurf ans Parlament überwiesen.

Gemäß der NZZ prüft UBS strategische Szenarien je nach Ausgang des politischen Streits, vom Verbleib in der Schweiz über einen möglichen Wegzug bis hin zu einer Übernahme durch ein ausländisches Institut. "Wir werden, wie wir wiederholt gesagt haben, alles daran setzen, dass UBS weiterhin als globale Bank erfolgreich aus der Schweiz heraus tätig sein kann", sagte der UBS-Sprecher dazu. "Gleichwohl ist der Verwaltungsrat verpflichtet, sich auf alle Szenarien vorzubereiten."/to/AWP/he