26.03. 07:17

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Die Lieferkette denkt mit - eine BearingPoint-Studie zeigt, wie
erfolgreiche Unternehmen auf Zölle und geopolitische Spannungen
reagieren (FOTO)
Frankfurt am Main (ots) - Eine weltweite Befragung von Entscheider*innen im
Supply-Chain-Topmanagement zeigt einen klaren Wandel hin zu autonomen,
intelligenten Lieferketten. Dieses neue, vollständig datengetriebene Modell
stützt sich auf KI, Regionalisierung und Kreislaufwirtschaft, um hochgradig
anpassungsfähig zu sein und sich selbst zu steuern.

Zentrale Ergebnisse:

- 48 Prozent der Unternehmen treiben die Regionalisierung oder Lokalisierung
ihrer Lieferketten voran. Hohe Produktionskosten und Lücken bei Lieferanten
bremsen jedoch weiterhin diese Entwicklung.
- Bis 2030 wird ein Wachstumsanstieg im Handel vor allem in Indien, Mexiko und
den ASEAN-Staaten erwartet, während China aufgrund von Entkopplungs- und
Diversifizierungsbestrebungen relativ an Dynamik verlieren dürfte.
- 69 Prozent nennen Cloud-Plattformen unter ihren Top-3-Investitionen und damit
als den wichtigsten Hebel für die Transformation der Lieferkette.
- Nur 8 Prozent der Unternehmen haben KI-gestützte Planung und Orchestrierung
vollständig in ihre Supply-Chain-Prozesse integriert.
- 44 Prozent der Führungskräfte betrachten Zirkularität (Kreislaufwirtschaft)
inzwischen als strategischen Wachstumstreiber und nicht mehr nur als eine
Frage der Compliance.

Die Management- und Technologieberatung BearingPoint hat einen neuen globalen
Thought-Leadership-Report veröffentlicht: "Autonome, intelligente Lieferketten:
Der neue Wettbewerbsvorteil im Zeitalter der Disruptionen". Basierend auf einer
Befragung von 620 Führungskräften auf C-Level-Ebene aus Europa, den USA und
China zeigt die Studie einen deutlichen Wandel weg von rein effizienzgetriebenen
Modellen hin zu neuen Ansätzen, da ständige Störungen die Supply-Chain-Strategie
grundlegend verändern.

Anstatt sich nur auf gelegentliche Krisen vorzubereiten, entwickeln Unternehmen
inzwischen Lieferketten, die sich dynamisch und in Echtzeit neu konfigurieren
können. Die Befragten zeigen einen klaren Kurswechsel hin zu mehr
Anpassungsfähigkeit, getrieben durch die Notwendigkeit, Reaktionsfähigkeit zu
erhöhen, Entscheidungsprozesse zu beschleunigen und unterschiedlichen
regulatorischen sowie nachhaltigkeitsbezogenen Anforderungen in verschiedenen
Regionen gerecht zu werden.

"Disruption ist nicht mehr eine Reihe einzelner Schocks, sondern sie ist zu
einem dauerhaften Bestandteil des Geschäfts geworden", sagt Christian Opitz,
Partner bei BearingPoint. "Unsere Forschung zeigt, dass Marktführer nicht mehr
fragen, wie sie sich vor Disruption schützen können, sondern wie sie sich
schneller anpassen können, als sie entsteht. Intelligenz in der Lieferkette ist
zur neuen Währung des Wettbewerbs geworden."

Regionalisierung gewinnt an Momentum

Fast die Hälfte der Unternehmen treibt die Regionalisierung oder Lokalisierung
ihrer Lieferketten voran und schafft damit die physische Grundlage für
selbstregulierende Netzwerke. Hohe Kosten, Lücken im Lieferantennetzwerk und
komplexe regulatorische Anforderungen stellen jedoch die größten Hürden für eine
Skalierung dar. Viele Organisationen kämpfen mit den finanziellen Auswirkungen
einer Neuordnung ihrer Lieferantenstrukturen, dem Aufbau von
Nearshore-Kapazitäten und der Erfüllung sich wandelnder lokaler
Compliance-Vorgaben.

Resilienz wird durch Diversifizierung neu definiert

Bis 2030 wird erwartet, dass das Handelswachstum stärker in Richtung
aufstrebende Märkte verlagert wird, während China aufgrund von Entkopplungs- und
Diversifizierungsdruck ein langsameres Wachstum erleben dürfte. Führungskräfte
betrachten Diversifizierung zunehmend als strategische Fähigkeit, nicht mehr nur
als Notfallmaßnahme. Chinesische Unternehmen, ebenso wie andere globale Player,
expandieren verstärkt in BRICS- und ASEAN-Märkte und bauen gleichzeitig
Produktionskapazitäten in Europa auf, um Zollrisiken und geopolitische
Spannungen zu reduzieren. Diese Entwicklungen zeigen eine umfassende Neuordnung
globaler Liefernetzwerke, die auf Resilienz, regionaler Balance und
Wachstumspotenzial basiert. Sie beschleunigen den Übergang von einer globalen
Effizienzlogik hin zu autonomen und intelligenten regionalen Ökosystemen, die
sich besonders schnell und flexibel an Veränderungen anpassen können.

Unternehmen investieren in das digitale Rückgrat für Autonomie und Intelligenz

69 Prozent der Führungskräfte zählen Cloud-Plattformen zu ihren drei wichtigsten
Investitionsfeldern. Dahinter folgen 50 Prozent, die künstliche Intelligenz
priorisieren, sowie 46 Prozent, die sich auf Cybersicherheit und die
Widerstandsfähigkeit der Infrastruktur konzentrieren, um Intelligenz entlang der
gesamten Wertschöpfungskette zu vernetzen. Allerdings verfügen ein Viertel der
Unternehmen weiterhin nicht über intelligente Beschaffungs- und
Orchestrierungswerkzeuge, um Daten tatsächlich in Echtzeitentscheidungen zu
übersetzen.

Echte End-to-End-Autonomie bleibt selten

Obwohl 90 Prozent der Führungskräfte davon ausgehen, dass künstliche Intelligenz
Lieferketten bis 2030 grundlegend verändern wird, haben bislang nur 8 Prozent
der Unternehmen KI-gestützte Planung und Orchestrierung vollständig integriert.
Next-Generation-ERP-Plattformen und prädiktive Analysen entwickeln sich dabei zu
den zentralen Enablern, um eine durchgängige End-to-End-Orchestrierung Realität
werden zu lassen.

Zirkularität entwickelt sich von einer Compliance-Pflicht zu einem strategischen
Differenzierungsmerkmal

Zirkuläre Lieferkettenmodelle gewinnen an Bedeutung: 44 Prozent der Befragten
sehen Zirkularität inzwischen als Wachstumstreiber, nicht länger nur als
regulatorische Verpflichtung. Unternehmen prüfen zunehmend
Reverse-Logistics-Konzepte, Product-as-a-Service-Modelle und Strategien zur
Rückgewinnung von Materialien, um Abfall zu reduzieren, neue Umsatzquellen zu
erschließen und ihre Markenpositionierung zu stärken.

"Künstliche Intelligenz wird zur nächsten Grenze für Autonomie und Intelligenz.
Obwohl bislang nur wenige Unternehmen eine vollständige Selbstorchestrierung
erreicht haben, zeigt der schnelle Aufstieg von Cloud-Technologien, KI und
regionalisierten Netzwerken, dass die Bausteine für autonome, intelligente
Lieferketten bereits in Bewegung sind", erläutert Dr. Stefan Penthin, Globaler
Leiter Operations bei BearingPoint.

Fünf Führungsimperative für den Aufbau der autonomen, intelligenten Lieferkette

Der Bericht identifiziert fünf zentrale Handlungsfelder für Unternehmen, die
sich einen Vorsprung durch autonome intelligente Lieferketten sichern wollen:

1. Netzwerke neu ausrichten, um Resilienz und regionale Agilität zu stärken
2. Prozesse standardisieren und Datenqualität erhöhen
3. KI skalieren, um prädiktive und autonome Entscheidungen zu ermöglichen
4. Intelligente Nachhaltigkeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette
verankern
5. Mensch-KI-Zusammenarbeit fördern und eine adaptive Führungskultur entwickeln

Dr. Stefan Penthin resümiert: "Die Gewinner des nächsten Jahrzehnts werden
diejenigen sein, die Autonomie und Intelligenz zum Kern ihrer
Supply-Chain-Strategie machen. Erfolg wird von Führungsteams abhängen, die
kontinuierliche Transformation annehmen, in intelligente Fähigkeiten investieren
und Ökosysteme orchestrieren, die sich parallel zu den Marktanforderungen
weiterentwickeln können."

Über die Studie

"Autonome, intelligente Lieferketten: Der neue Wettbewerbsvorteil im Zeitalter
der Disruptionen" basiert auf einer globalen Befragung von 620 Entscheidern im
Supply-Chain-Management auf C-Level, die von BearingPoint im August 2025
durchgeführt wurde. Die Teilnehmenden stammen aus Unternehmen mit einem Umsatz
von mindestens 500 Millionen Euro und repräsentieren Branchen wie Automotive und
industrielle Fertigung, Konsumgüter und Einzelhandel, Life Sciences, Transport
und Logistik, Energie und Versorgungswirtschaft sowie Luft- und Raumfahrt und
Verteidigung.

Laden Sie die vollständige Studie herunter: https://ots.de/1NfeTE

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