ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Zurückhaltung nach soliden US-Jobdaten
FRANKFURT (dpa-AFX) - In einem von Vorsicht geprägten Umfeld ist der deutsche Aktienmarkt am Freitag unter Druck geraten. Beobachter verwiesen als Belastung unter anderen auf die unklare Lage im Nahost-Krieg und die etwas nachlassende Euphorie rund um Künstliche Intelligenz (KI). Zudem war der US-Arbeitsmarktbericht für Mai solide ausgefallen, was Spekulationen befeuerte, dass die US-Notenbank bereits in diesem Jahr ihre Leitzinsen erhöhen könnte. Dies würde Anleihen im Vergleich zu Aktien attraktiver machen.
Damit schloss der Leitindex Dax
Laut der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) überraschte im Mai das Stellenplus in den USA deutlich. Insgesamt zeigten die Job-Zahlen eine solide Verfassung des US-Arbeitsmarktes. Zinserhöhungserwartungen bezüglich der US-Notenbank würden in der Tendenz wohl verstärkt.
Marktanalyst Timo Emden von Emden Research verwies ferner auf den anstehenden Rekord-Börsengang des Weltraumunternehmens SpaceX, der schon seine Schatten vorauswerfe und zum ersten großen Stresstest für die KI-Rally werden dürfte. "Die Platzierung könnte zum Gradmesser werden, wie viel Risikokapital nach Jahren der KI- und Technologierally noch mobilisiert werden kann." Anleger könnten in den kommenden Handelstagen Risikokapital umschichten und zusätzliche Liquidität zurückhalten.
Die KI-Rally an den Börsen wird derweil zunehmend ausgebremst. So fordert das KI-Unternehmen Anthropic eine weltweite Pause bei der KI-Entwicklung und warnt vor den Risiken der Selbstoptimierung. KI-Modelle könnten bald in der Lage sein, sich ohne menschliches Eingreifen selbst zu verbessern. Kommt nun auch noch Zinsdruck auf, könnte dies die Aktien der finanzierungsintensiven Technologie-Unternehmen zusätzlich belasten.
Auf dem deutschen Parkett gaben Chipwerte am Freitag nochmals nach. Infineon
Wacker Chemie
Kursgewinne von knapp zwei Prozent für die Titel des Portalbetreibers Scout24
Die Aktien von Flatexdegiro
Auf europäischer Ebene kam der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50
--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---