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Aktien Frankfurt: Zins- und Inflationssorgen belasten Dax


FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Ölpreisanstieg und zunehmende Inflationssorgen haben auch zum Start in den neuen Börsenmonat September den deutschen Aktienmarkt belastet. Der Dax stand am Dienstagnachmittag noch mit 0,92 Prozent im Minus bei 26.017,63 Punkten, zuvor war er erstmals seit gut einer Woche unter die psychologisch wichtige Marke von 26.000 Zählern gefallen. Damit setzt sich die bereits zu Wochenanfang begonnene Korrektur fort, und der Dax-Rekord vom Freitag bei 26.618 Zählern rückt noch ein Stück weiter in die Ferne.

"Nach der jüngsten Rekordjagd sind die Anleger zwischen hohen Bewertungen und veränderten Zinsperspektiven auf der Suche nach einem neuen Gleichgewicht", umschrieb Chefmarktanalyst Timo Emden von Craptrader das Marktgeschehen. "Ein Mix aus geopolitischem Glatteis, geldpolitischen Fragezeichen und neuen Ölpreisspitzen zwingt Investoren zum Abstieg, um wieder festen Tritt zu fassen."

Hohe Kursverluste insbesondere bei Rüstungswerten drückten den MDax noch stärker ins Minus als den Dax. Der Index der mittelgroßen Unternehmen verlor zuletzt 1,64 Prozent auf 32.186,63 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 sank um ein halbes Prozent und auch für die US-Börsen zeichnen sich Verluste ab.

Angesichts schon hoher Bewertungen haben die Börsen mit den weiter anziehenden Ölpreisen zu kämpfen. Am Montag zogen diese bereits kräftig an, nachdem der Iran-Krieg nach gegenseitigen Militärschlägen der USA und des Iran wieder eskaliert war. Am Dienstag legten die Ölpreise noch etwas weiter zu, angeschoben auch durch das knappe Angebot bei Diesel infolge der Angriffe auf die russische Ölindustrie im Krieg mit der Ukraine.

Hinzu kommen hohe Anleihezinsen als Belastung für die Börsen. Eine Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) in der kommenden Woche gilt seit geraumer Zeit als sicher. Und seit entsprechenden Hinweisen von US-Notenbankchef Kevin Warsh vom Freitag gehen die Märkte auch von einer Leitzinserhöhung in den USA im September aus.

"Langsam setzt sich bei den Anlegern die Erkenntnis durch, dass bei der Zinsanpassung noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht ist", erklärte Jochen Stanzl von der Consorsbank den jüngsten Abwärtsdruck an den Börsen. Zudem hätten die noch immer ungelöste Frage des freien Seeverkehrs durch die Straße von Hormus sowie die Fed-Signale auf eine straffere Geldpolitik eine Verkaufswelle befeuert, die noch in der vergangenen Woche als "vorläufig eingefangen" gegolten habe.

Auf Unternehmensseite im Dax näherten sich Symrise mit zeitweise deutlichen Gewinnen ihrem Jahreshoch. Hier sorgte zunächst eine Kaufempfehlung von Jefferies für gute Stimmung. Zudem verkauft der Aromen- und Duftstoffhersteller sein US-Geschäft mit Terpen-Inhaltsstoffen an die Beteiligungsgesellschaft Mutares , die damit ihr Chemiegeschäft und den Fußabdruck in den USA stärkt. Mutares-Papiere zeigten sich von dem Deal wenig bewegt, und auch das Symrise-Plus schmolz zuletzt auf 0,7 Prozent ab.

Weitere Analystenstudien bewegten die Kurse. So kletterten als einer der Dax-Favoriten die Papiere des Pharma- und Technologiekonzerns Merck nach einer Kaufempfehlung der HSBC um 1,5 Prozent. Weniger nachhaltig waren die Gewinne bei RWE mit lediglich noch 0,4 Prozent am Nachmittag. Zuvor hatten sie noch ein Viermonatshoch erreicht, Kurstreiber waren gleich zwei positive Einschätzungen von Goldman Sachs und dem Investmenthaus Jefferies.

GFT erreichten nach einer positiven Berenberg-Studie ein Hoch seit dem Sommer 2024 und verteuerten sich zuletzt an der SDax -Spitze um gut vier Prozent. Treiber für Hugo Boss war derweil die Nachricht, wonach Großaktionär Frasers seine Beteiligung auf mehr als 50 Prozent aufstocken will. Die Anteile am Modehändler führten mit fast einem Prozent Aufschlag die Rangliste im MDax an./tav/

--- Von Tanja Vedder, dpa-AFX ---