Aktien Frankfurt: Dax bricht Erholungsversuch ab - Iran-Krieg gibt Takt vor
FRANKFURT (dpa-AFX) - Erneut steigende Ölpreise haben die Anleger am deutschen Aktienmarkt am Mittwoch wieder verschreckt. Der Dax brach seinen Erholungsversuch ab und drehte in die Verlustzone. Am Nachmittag büßte er 0,4 Prozent auf 23.640 Punkte ein, nachdem der Iran neue Angriffe auf Teile seiner Öl- und Gasindustrie gemeldet hatte. Am Morgen noch hatten die Börsen weltweit positiv darauf reagiert, dass der Irak ein Pipeline-Abkommen zum Ölexport über die Türkei geschlossen hat.
Mit wachsender Nervosität wird zudem auf die am Abend anstehende Leitzins-Entscheidung der US-Notenbank Fed gewartet. Im stark verunsicherten Umfeld dürfte die Fed zwar kaum die Zinsen senken, doch marktbewegend könnten ihre Aussagen sein.
Zuletzt waren grundsätzliche Zinssenkungshoffnungen am Markt ausgepreist worden. Zudem waren angesichts des befürchteten Inflationsanstiegs, der durch den hohen Ölpreis zu erwarten ist, sogar erste Unsicherheiten über mögliche Zinsanhebungen aufgekommen. Daher sind nach den Worten der Helaba-Experten die Prognosen zu Wachstum und Inflation wesentlich.
Der MDax , der mittelgroße Werte beinhaltet, gab am Nachmittag den Großteil seiner Gewinne ab. Sein Plus schnurrte auf 0,3 Prozent und damit auf einen Stand von 29.572 Zähler zusammen. Europaweit sah es ähnlich aus. In den USA starteten die Börsen mit Verlusten.
Unternehmensseitig liegt das Hauptaugenmerk hierzulande erneut auf Aktien aus der zweiten und dritten Reihe. Im MDax erholte sich die Aumovio-Aktie mit plus 2,5 Prozent, auch wenn die Zahlen und Jahresprognose des Autozulieferers nur den Erwartungen entsprochen hatten. Analysten lobten jedoch unisono den starken freien Barmittelzufluss.
Für TAG Immobilien ging es um 2,4 Prozent nach oben. Der Immobilienkonzern profitierte im vergangenen Jahr weiter von einer hohen Nachfrage nach Wohnungen und übertraf seine im November höher gesteckten Gewinnziele.
Im SDax sackten unterdessen die Papiere des Kochboxenversenders Hellofresh auf ein Rekordtief unter 4 Euro und gaben zuletzt um 13 Prozent nach. Das Management erwartet im laufenden Jahr weitere Rückgänge bei Umsatz und operativem Ergebnis und unterbot damit die bereits bescheidenen Analystenschätzungen.
Ansonsten bewegten vor allem Umstufungen. So hob die US-Bank Morgan Stanley Heidelberg Materials um gleich zwei Stufen von "Underweight" auf "Overweight", was der Aktie des Baustoffherstellers im Dax ein Plus von 3,3 Prozent bescherte. Fielmann setzten sich mit plus 3,8 Prozent an die MDax-Spitze. Laut der Bank of America sind die Risiken für einen Aktienkauf gesunken. Das hohe Umsatzziel für 2030 sei noch nicht im Kurs eingepreist und zudem beschleunige sich das Wachstum der Optikerkette in den USA./ck/jha/
--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---