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ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Erleichterung über Nahost-Nachrichten


FRANKFURT (dpa-AFX) - Die jüngsten Nachrichten aus Nahost haben am europäischen Aktienmarkt am Mittwoch für etwas Erleichterung gesorgt. Der Ölpreis der Nordseesorte Brent rutschte wieder unter 100 Dollar, nachdem die USA dem Iran laut Medienberichten einen Plan zur Beendigung des Kriegs übermittelt hatten. Gleichzeitig erklärte US-Präsident Trump, dass der Iran angeblich "unbedingt einen Deal abschließen" wolle.

Der Dax kehrte daraufhin in den ersten Handelsminuten über die Marke von 23.000 Punkten zurück, auch wenn Irans Militärführung am Morgen Berichte über Verhandlungen für ein Ende des Krieges zurückgewiesen und scharf gegen die US-Regierung ausgeteilt hat. Zuletzt lag der Dax noch mit 1,6 Prozent im Plus bei 22.995 Punkten.

Die Anleger sind widersprüchliche Signale gewöhnt. Nach einem Ultimatum des US-Präsidenten am Wochenende war der Dax am Montag mit 21.863 Punkten zeitweise noch auf einen Tiefststand seit April 2025 abgesackt. Nach einer Kurznachricht von Donald Trump am Montagmittag auf seiner Plattform Truth Social über gute Verhandlungen mit dem Regime in Iran war er dann in der Spitze bis auf 23.178 Punkte nach oben geschossen. Am Dienstag tat sich dann im Dax letztlich nicht viel.

Der MDax mit den mittelgroßen deutschen Werten gewann am Mittwoch nun 2,2 Prozent auf 28.742 Punkte und der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx legte um anderthalb Prozent zu.

Besonders stark gefragt sind europaweit Industrie- und Technologiewerte. Der Stoxx Europe 600 Industrials hatte in vier Wochen Iran-Krieg gut 14 Prozent verloren, nachdem er direkt davor noch auf Rekordniveau gestiegen war. Im Dax führten Siemens Energy mit 5 Prozent Tagesplus die Gewinnerliste an. Sie hatten im Laufe des Kriegs fast 20 Prozent an Wert verloren.

Im MDax schossen Lanxess nach einer Empfehlung von JPMorgan gar um fast 14 Prozent nach oben und bauten ihre Erholung vom Tief seit 2009 am Montag inzwischen auf 44 Prozent aus. JPMorgan-Experte Chetan Udeshi sieht die Kölner als einen der stärksten Kriegs-Profiteure in der Chemiebranche. Udeshi drehte sein skeptisches "Underweight" am Morgen in eine "Overweight"-Empfehlung. Lanxess sei einer von wenigen, wenn nicht der einzige, westliche Produzent in seinen wichtigsten Produktkategorien, und profitiere damit von Produktionsproblemen im asiatisch-pazifischen Raum.

Auch andere Werte der Branche legten deutlich zu. Der Tenor der anwesenden dreizehn Top-Manager europäischer Chemiekonzerne sei verhalten optimistisch gewesen, schrieb Udeshi zur Branchenkonferenz der Investmentbank am Vortag./ag/stk