ROUNDUP: Henkel kauft US-Shampoo-Hersteller Olaplex für 1,4 Milliarden Dollar
DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Der Konsumgüterkonzern Henkel
An der Börse notierten die Henkel-Aktien in einem schwachen Marktumfeld zuletzt 0,8 Prozent im Plus und setzten damit ihre Erholung der vergangenen Handelstage fort. Seit Beginn des Nahost-Krieges Ende Februar waren die Papiere zeitweise um mehr als 22 Prozent eingebrochen.
Celine Pannuti von der US-Bank JPMorgan sieht für Henkel angesichts der schon guten globalen Positionierung im Salonbereich Chancen, Marktlücken zu erschließen und die Margen durch Synergien zu verbessern. Allerdings habe der Umsatz von Olaplex in den vergangenen drei Jahren massiv unter Wettbewerbsdruck gelitten, gab sie zu bedenken.
Im vergangenen Geschäftsjahr erzielte Olaplex laut Mitteilung rund 370 Millionen Euro Umsatz. Das Unternehmen war 2021 an die Börse gegangen. In den ersten Monaten war der Börsengang ein Erfolg und der Kurs der Aktie kletterte bis auf fast 30 Dollar. Doch in den Jahren danach ging es kräftig nach unten. Die Aktie schloss am Mittwoch im US-Handel bei 1,33 Dollar, was einem Marktwert von rund 890 Millionen Dollar entspricht.
Unter anderem wegen der inzwischen deutlich gesunkenen Bewertung hatte es bereits Anfang des Jahres Berichte über ein Interesse Henkels an dem Unternehmen gegeben. Im vorbörslichen US-Handel am Donnerstag legte die Aktie zuletzt um rund 50 Prozent zu auf 2,00 Dollar.
Anfang März hatte Henkel bereits die Übernahme der Haarpflege- und Styling-Marke "Not Your Mother's" in den USA mitgeteilt. Finanzielle Details nannte der Konzern hierzu jedoch nicht. Die Marke erzielte Henkel zufolge 2025 mit Shampoos, Conditionern, Treatments und Styling-Produkten einen Umsatz von rund 190 Millionen Euro und ein zweistelliges Wachstum. Das Portfolio umfasse in den USA bekannte Produktlinien wie Curl Talk, Clean Freak, Beach Babe, Plump for Joy und All Eyes On Me.
Auch im Geschäftsfeld mit Beschichtungen hat Henkel in diesem Jahr bereits zugekauft. Anfang Februar kündigte der Konzern die Übernahme der Spezialbeschichtungsfirma Stahl für 2,1 Milliarden Euro an. Stahl bietet den Angaben zufolge Hochleistungs-Spezialbeschichtungen für flexible Materialien an, wie etwa Beschichtungen für Leder, Papierverpackungen und grafische Anwendungen. Das Unternehmen beschäftigt 1.700 Angestellte und erzielte im Geschäftsjahr 2025 einen bereinigten Umsatz von rund 725 Millionen Euro.
Im vergangenen Geschäftsjahr hat Henkel in einem schwierigen Umfeld weniger umgesetzt und operativ etwas weniger verdient. Für das laufende Jahr zeigte sich das Management zuletzt vorsichtig und erwartet einen "etwas verhalteneren Start". "Unser geschäftliches Umfeld war und ist von großen Herausforderungen gekennzeichnet", sagte Henkel-Chef Carsten Knobel im März bei Vorlag der Geschäftszahlen für 2025 und verwies auf geopolitische Spannungen sowie Zoll- und Handelskonflikte.
Für das laufende Jahr erwartet Henkel ein Umsatzwachstum abseits von Währungs- und Portfolioeffekten um ein bis drei Prozent. Die bereinigte operative Marge (Ebit-Marge) soll 14,5 bis 16 Prozent erreichen./err/tav/men