ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Rekordrally des EuroStoxx beendet
PARIS/LONDON/ZÜRICH (dpa-AFX) - Der EuroStoxx 50 hat am Mittwoch seine Rekordjagd beendet. Der Leitindex der Eurozone hatte sich zwar im frühen Handel noch zu einem weiteren Höchststand aufgeschwungen, doch der Schwung ließ schnell nach. Am Ende stand ein Minus von 0,15 Prozent auf 6.476,98 Punkte zu Buche. Nach Ankündigungen der USA und des Irans über Fortschritte hin zu einer Lösung im Iran-Krieg blieben Zweifel an einer schnellen Übereinkunft zur Öffnung der Straße von Hormus.
Außerhalb der Eurozone gewann der schweizerische Leitindex SMI 0,61 Prozent auf 14.551,56 Punkte. Der britische FTSE 100 legte geringfügig auf 10.888,30 Punkte zu.
Analyst Frank Sohlleder vom Handelshaus ActivTrades sprach von einer dünner werdenden Luft an den Märkten und wachsender Bereitschaft zu Gewinnmitnahmen. Rückenwind hatte in der laufenden Woche bislang vor allem die Aussicht auf eine Beilegung des Krieges zwischen den USA und dem Iran verliehen.
Stärkster Sektor waren die Rohstoffwerte mit einem Anstieg von gut vier Prozent hervor. Der starke Preisanstieg bei Energie und Rohstoffen infolge des Iran-Kriegs hatte dem Unternehmen ein kräftiges Umsatz- und Gewinnplus beschert.
Im ebenfalls gefragten Sektor der Nahrungs- und Getränkewerte gewannen die Aktie von Heineken gut zwei Prozent. Die Analysten von Jefferies hatten die starke Gewinnentwicklung des Brauereikonzerns gelobt.
Nicht ganz so begeistert war die Reaktion auf die Zahlen der niederländischen Ahold Delhaize . Der Handelskonzern habe niedrige Erwartungen erfüllt, stellten die Analysten der US-Bank JPMorgan fest. Das laufende Geschäftsjahr bleibe aber eine Herausforderung. Die Gewinne der Aktien waren mit 0,2 Prozent überschaubar.
Gegenläufige Signale gab es unter den Pharma- und Medizintechnikwerten. Einerseits hatte Novo Nordisk enttäuscht. Der dänische Pharmahersteller blickt zwar etwas weniger pessimistisch auf das laufende Jahr als zuletzt. An der Börse reichte dies aber nicht, um die Anleger zufriedenzustellen, denn diese hatten sich mehr erhofft. Analysten bemängelten vor allem die Entwicklung der neuen Abnehmpille Wegovy. Der Aktienkurs sank um 4,3 Prozent.
Andererseits reagierten die Anteilscheine von Fresenius mit Gewinnen von gut fünf Prozent auf Quartalszahlen und Ausblick des Krankenhausbetreibers und Medizinkonzerns. Um sechs Prozent kletterten die Anteile der schweizerischen Sandoz nach neuen Zahlen nach oben. Das Unternehmen sieht sich nach einem starken ersten Halbjahr gut positioniert für weiteres Wachstum./la/he