ROUNDUP: Deutsche essen mehr Fisch - Lachs bleibt Favorit
HAMBURG (dpa-AFX) - Die Menschen in Deutschland haben wieder deutlich mehr Lust auf Fisch und Meeresfrüchte. "Wir sehen, dass endlich einmal wieder nach langen Jahren der Stagnation oder sogar Rückläufigkeit der Fischkonsum in Deutschland im Jahr 2025 gestiegen ist", sagte die Vorsitzende des Fisch-Informationszentrums (FIZ), Petra Weigl, in Hamburg. So verzehrten die Bundesbürger im vergangenen Jahr auf Basis des Fanggewichts den Angaben zufolge pro Kopf 13,9 Kilogramm Fisch und Meeresfrüchte - 1,6 Kilogramm mehr als 2024.
Deutsche kauften fast 425.000 Tonnen Fisch
Das sei der zweithöchste Wert der vergangenen fünf Jahre. Im weltweiten Verbrauch liege Deutschland damit im Mittelfeld, sagte der FIZ-Geschäftsführer Stefan Meyer. Einsamer Spitzenreiter sei Island mit fast 84 Kilogramm Fisch und Meeresfrüchte pro Kopf. Insgesamt kauften die Deutschen den Angaben zufolge im vergangenen Jahr fast 425.000 Tonnen Fisch und Meeresfrüchte und gaben dafür mehr als 5,1 Milliarden Euro aus. Im Jahr zuvor erstanden sie rund 415.000 Tonnen Fisch für etwa 5 Milliarden Euro.
"In diesem Jahr können wir erfreut feststellen, dass Fisch nicht mehr zu den Preistreibern im Lebensmittelmarkt gehört", sagte Weigl. So seien die Preise für Fisch von 2021 bis 2025 um 27,6 Prozent gestiegen, Molkereiprodukte und Eier dagegen um 39,8 Prozent, sagte Meyer. Auch die Preise für Brot und Getreide sowie für Fleisch seien stärker gestiegen, nämlich um 35,2 beziehungsweise 28,6 Prozent. Die Lebensmittelpreise insgesamt seien in dem Zeitraum um 31,8 Prozent geklettert.
Fischpreisindex stabil
Nach deutlichen Preissteigerungen in den Jahren 2022 und 2023 blieb der Fischpreisindex 2024 und 2025 nach FIZ-Angaben weitgehend stabil. 2025 lag er bei 130,2 Punkten (2020 100), während der Index für Lebensmittel insgesamt 135,9 Punkte erreichte. Im ersten Halbjahr dieses Jahres sei der Fischpreisindex auf 133,3 Punkte und damit weiterhin weniger stark als der Lebensmittelindex mit 137,7 Punkten.
Lieblingsfisch der Deutschen blieb der Lachs. Danach folgte der vor allem für Fischstäbchen genutzte Alaska-Seelachs, wie Meyer sagte. Auf die Plätze drei, vier und fünf kamen wie im Vorjahr der Thunfisch, der Hering und die Garnelen. Ebenfalls wie im Vorjahr aßen die Bundesbürger den Fisch den Angaben zufolge am liebsten aus der Dose sowie als Tiefkühlware. Danach folgten der Frischfisch sowie Krebs- und Weichtiere. Sie deckten zusammen mehr als 70 Prozent des Gesamtmarktes ab. Dabei dürften in Deutschland mehr als 600 verschiedene Fischarten gehandelt werden, sagte Meyer.
Fisch am liebsten aus der Dose oder tiefgefrohren
Am liebsten aßen die Bundesbürger den Fisch den Angaben aus der Dose sowie als Tiefkühlware. Danach folgten Frischfisch sowie Krebs- und Weichtiere. Auch beim Ort des Einkaufs haben die Bundesbürger klare Präferenzen. So wurden 49 Prozent der Fische und Krustentiere in Discountern und 41 Prozent in Super- und Verbrauchermärkten verkauft. Auf Fischfachgeschäfte entfielen nur vier Prozent der Waren.
"Wer an der Küste lebt, kennt Fisch und mag Fisch vielleicht noch ein bisschen mehr", sagte Meyer. So konsumierten die Bremerinnen und Bremer im vergangenen Jahr gemessen am tatsächlichen Produktgewicht und ohne Außer-Haus-Verzehr mit 6,2 Kilogramm pro Kopf am meisten Fisch. Danach folgten die Hamburgerinnen und Hamburger mit 6,0 Kilo sowie die Schleswig-Holsteinerinnen und Schleswig-Holsteiner mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von 5,8 Kilogramm.
Wenig Fischliebe im Ostsee-Land Mecklenburg-Vorpommern
Aus dem Rahmen fiel den Angaben zufolge nur das Ostsee-Land Mecklenburg-Vorpommern. Mit nur 4,4 Kilogramm landete der Nordosten im Ranking auf dem vorletzten Platz. Warum das so ist, konnte Meyer nicht sagen. Ein Grund könnte sein, dass es in Mecklenburg-Vorpommern nur wenig Großstädte gebe und auf dem platten Land das Angebot in Supermärkten und Discountern etwas geringer ausfalle. Den letzten Platz im Ranking belegte das Saarland mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von 4,0 Kilogramm Fisch.
Der Bundesschnitt lag bei 5,1 Kilogramm. Insgesamt sei ein deutliches Nord-Süd-Gefälle festzustellen. Während in den Stadtstaaten Bremen und Hamburg 21,5 Prozent mehr Fisch und Seafood konsumiert werde als im Bundesdurchschnitt, liege das Saarland 22,6 Prozent darunter./klm/DP/nas