Beiersdorf AGEI
12.09. 07:59 73,260€ -0,11%
Henkel AG & Co. KGaAEI
12.09. 07:59 72,270€ -1,91%
LS - DAXLS
11.09. 22:58 25.570,00 +0,67%
LVMH Moet Hennessy Louis Vuitton SEEI
12.09. 07:59 415,025€ +2,10%
Unilever PLCEI
12.09. 07:58 53,495€ +0,65%
13.09. 14:35

ROUNDUP/Nivea-Chef: Wollen nicht die nächste Autoindustrie werden


BERLIN (dpa-AFX) - Nivea-Chef Vincent Warnery warnt, die europäische Kosmetikindustrie könne ihre Vorreiterrolle im internationalen Wettbewerb verlieren. "Wir wollen nicht die nächste Autoindustrie werden", sagte der Vorstandsvorsitzende des Dax-Konzerns Beiersdorf im Interview der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Die europäische Kosmetikindustrie schaffe Arbeitsplätze und Wohlstand. "Also überfordert uns nicht mit regulatorischen Belastungen", appellierte Warnery an die EU.

Warnery: Konkurrenten werden weniger reguliert

Warnery sagte, es bestehe die Gefahr, dass europäische Unternehmen an Wettbewerbsfähigkeit einbüßten, weil Konkurrenten aus Drittländern weniger reguliert würden. "Europa muss sehr vorsichtig sein, insbesondere wenn wir uns die USA, China und Korea ansehen, wo viele Vorschriften nicht gelten."

Der Franzose betonte: "Hautpflegeprodukte aus Europa unterliegen bereits jetzt den strengsten Qualitätsstandards. Trotzdem werden wir aufgefordert, bestimmte Inhaltsstoffe aus unseren Formulierungen zu entfernen, auch dann, wenn sie bei normaler Anwendung kein Risiko darstellen." Das sei eine große Herausforderung.

Ein weiteres Ärgernis ist aus Warnerys Sicht die Novelle der EU-Kommunalabwasserrichtlinie, die Hersteller von Kosmetika und pharmazeutischen Produkten finanziell zur Verantwortung ziehen soll. Unternehmen wie Beiersdorf sollten hohe Zahlungen leisten, obwohl sie nur für einen geringen Teil der Verschmutzung verantwortlich seien, kritisierte er.

Warnery leitet Beiersdorf seit Mai 2021

Warnery leitet den Hamburger Konsumgüterkonzern seit Mai 2021. Der Betriebswirt war vor seinem Wechsel zu Beiersdorf unter anderem für den globalen Branchenprimus L'Oréal aus Frankreich tätig. Weitere in Europa im Kosmetikbereich tätige Unternehmen sind Unilever (Großbritannien), LVMH (Frankreich) und Henkel (Deutschland).

Nach Warnerys Amtsantritt wuchs Beiersdorf kräftig. Zuletzt, im ersten Halbjahr, verzeichnete der Konzern aber einen Umsatzrückgang, was mit schwachen Zahlen der wichtigsten Konzernmarke Nivea zusammenhing.

Um die Abhängigkeit von Nivea zu reduzieren, hält Beiersdorf auch Ausschau nach Übernahmen. "Wir sollten das Markenportfolio unbedingt erweitern", sagte er. "Wir haben das Geld für Übernahmen." Derzeit liege der Fokus allerdings darauf, die wichtigste Konzernmarke wieder auf Wachstumskurs zu bringen. Sobald Nivea auf Kurs sei, wolle er sich verstärkt mit einem Zukauf auseinandersetzen. Eine kurzfristige Transaktion schließe er dennoch nicht aus./bvi/am/lkm/DP/zb