15.09. 09:07

Prominenter US-Republikaner nach drei Monaten Pause zurück im Senat


WASHINGTON (dpa-AFX) - Der einflussreiche US-Senator Mitch McConnell ist nach einer rund dreimonatigen gesundheitsbedingten Pause in den Kongress zurückgekehrt. Der 84-jährige Republikaner erschien am Montag (Ortszeit) im Rollstuhl zu einer Abstimmung in Washington.

Die lange Abwesenheit hatte zuletzt Spekulationen über seinen Gesundheitszustand und seine politische Zukunft ausgelöst. Der erzkonservative Politiker aus dem Bundesstaat Kentucky gilt seit langem als wichtiger Strippenzieher in der US-Politik, seit 1985 sitzt er im US-Senat.

"Meine Genesung war ein langer und oft frustrierender Prozess, und die Spätfolgen meiner Kinderlähmung haben es nicht gerade leichter gemacht", heißt es auf dem X-Account des Politikers. Er sei "noch nicht wieder ganz bei 100 Prozent" und daher weiter in Behandlung. "Ich werde mein Bestes tun, bei wichtigen Abstimmungen anwesend zu sein, wenn unsere Fraktion mich braucht." Seine beiden Handrücken schienen dunkel-bläulich verfärbt.

McConnells Gesundheit nicht zum ersten Mal Thema

McConnell hatte laut US-Medien Mitte Juni zuletzt an einer Abstimmung im Senat teilgenommen. Nach Wochen der Ungewissheit hatte er rund einen Monat später mitgeteilt, dass er wegen eines Sturzes ins Krankenhaus gekommen sei. Er habe keine schweren Verletzungen erlitten, sei aber kurz bewusstlos gewesen. Im Krankenhaus habe er mit einer milden Lungenentzündung zu tun gehabt. Anschließend sei er in Reha gewesen.

Bereits in der Vergangenheit sorgten gesundheitliche Probleme bei McConnell für Schlagzeilen. Als Kind hatte er eine Polio-Erkrankung überlebt. Mehrere Stürze in der Vergangenheit sind nach Angaben des Politikers auf die Folgen der Erkrankung zurückzuführen.

Bevor John Thune im US-Senat Mehrheitsführer der Republikaner wurde, lenkte McConnell in der Kammer jahrelang die Geschicke seiner Partei. Dabei schrieb er Geschichte als der am längsten amtierende Anführer einer Partei in der Parlamentskammer. Auch während Donald Trumps erster Präsidentschaft führte er dort die Republikaner an - und spielte eine wichtige Rolle für dessen erste Amtszeit. In Trumps zweiter Amtszeit fiel er auch mit Kritik an dessen Politik auf./ddo/DP/zb