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BearingPoint-Studie zeigt große Marktlücke für Elektromobilität in
Indien (FOTO)
Frankfurt (ots) - 39 Prozent wollen elektrisch fahren, aber Elektrofahrzeuge
machen bislang nur vier Prozent der Pkw-Neuwagenverkäufe aus.
Indien könnte vor einer neuen Wachstumsphase der Elektromobilität stehen. Die
aktuelle internationale Elektromobilitätsstudie der Management- und
Technologieberatung BearingPoint zeigt eine bemerkenswerte Diskrepanz zwischen
der Kaufbereitschaft urbaner Konsumentinnen und Konsumenten und der aktuellen
Marktdurchdringung von Elektrofahrzeugen: Unter den Befragten, die innerhalb der
kommenden drei Jahre wahrscheinlich ein Fahrzeug erwerben werden, bevorzugen 39
Prozent ein neues batterieelektrisches Fahrzeug (BEV). Weitere 25 Prozent würden
sich für einen Hybrid- oder Plug-in-Hybrid entscheiden. Lediglich 17 Prozent
bevorzugen einen neuen Benziner oder Diesel. Gleichzeitig machten nach Angaben
der International Energy Agency (IEA) Elektrofahrzeuge im Jahr 2025 erst rund
vier Prozent der Pkw-Neuwagenverkäufe in Indien aus.
Damit eröffnet sich eine erhebliche Wachstumschance für Hersteller, Anbieter von
Mobilitätslösungen und Investoren.
"Indien hat heute noch keinen großen Elektroautomarkt, aber bereits
Konsumentinnen und Konsumenten, die für einen deutlich größeren Markt bereit
sind. Entscheidend ist nun, diese Offenheit mit bezahlbaren Fahrzeugen,
passenden Finanzierungslösungen und einem verlässlichen Service- und
Garantieangebot in reale Kaufentscheidungen zu übersetzen", kommentiert Manuel
Schuler, globaler Leiter Automotive bei BearingPoint.
Finanzierbarkeit entscheidet über die nächste Phase des Marktwachstums
Anders als in vielen etablierten westlichen Automobilmärkten spielt die
Finanzierung bei der Anschaffung eines neuen Fahrzeugs in Indien eine besonders
wichtige Rolle. Dabei ist für viele Verbraucherinnen und Verbraucher nicht
allein der Fahrzeugpreis ausschlaggebend, sondern vor allem die monatliche
finanzielle Belastung.
Diese Besonderheit spiegelt sich deutlich in den Studienergebnissen wider: Mit
43 Prozent bevorzugen die Befragten eine Fahrzeugfinanzierung, während sich
lediglich 34 Prozent für einen Barkauf entscheiden. Indien ist damit der einzige
der untersuchten Märkte, in dem Finanzierungsmodelle den klassischen Kauf
bereits übertreffen. Gleichzeitig verzeichnen Auto-Abo-Modelle mit über sechs
Prozent den höchsten Wert aller untersuchten Länder.
Für Hersteller bedeutet dies, dass künftig nicht allein das Fahrzeug über den
Markterfolg entscheidet. Ebenso wichtig werden attraktive Nutzungs- und
Finanzierungsmodelle, die die Einstiegshürden in die Elektromobilität
reduzieren. Dazu zählen beispielsweise Battery-as-a-Service-Konzepte, getrennte
Finanzierungsmodelle für Fahrzeuge und Batterien oder Batteriewechselsysteme,
die insbesondere im indischen Zwei- und Dreiradsegment bereits weit verbreitet
sind.
Vertrauen schlägt Technologieführerschaft
Während in vielen Märkten technologische Innovationen im Mittelpunkt stehen,
dominieren in Indien klassische Vertrauensfaktoren die Kaufentscheidung. Als
wichtigste Kriterien nennen die Studienteilnehmenden Fahrzeugsicherheit (66
Prozent), Garantieumfang (63 Prozent), Reparierbarkeit der Batterie (62
Prozent), Vertrauen in die Markenqualität (61 Prozent) sowie Wartungs- und
Reparaturkosten (61 Prozent). Digitale Funktionen, technologischer Vorsprung und
Design spielen eine deutlich geringere Rolle.
Von diesen Präferenzen können, in Kombination mit der indischen
Industriepolitik, insbesondere lokal etablierte Hersteller profitieren. Im
Markenranking der Befragten liegen Tata und Mahindra & Mahindra in der
Spitzengruppe. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Marktnähe, lokales Vertrauen
und ein leistungsfähiges Service-Ökosystem im indischen Markt derzeit wichtiger
sind als globale Markenbekanntheit allein.
Gebrauchte Elektrofahrzeuge werden zum zusätzlichen Wachstumsmotor
Auch der Gebrauchtwagenmarkt könnte eine wichtige Rolle für die weitere
Verbreitung der Elektromobilität in Indien spielen. 27 Prozent der Befragten
bewerten den Kauf eines gebrauchten Elektrofahrzeugs als sehr attraktiv. Damit
liegt Indien deutlich vor Deutschland, den USA und Großbritannien.
Voraussetzung für ein weiteres Marktwachstum bleibt jedoch das Vertrauen in die
Batterie. 44 Prozent der Befragten geben an, dass ein zertifizierter Bericht zur
Batteriegesundheit ihre Wahrscheinlichkeit erhöhen würde, ein gebrauchtes
Elektrofahrzeug zu erwerben. Batteriezertifikate, Garantien und professionelle
Gebrauchtwagenprogramme könnten daher zu wichtigen Bausteinen künftiger
Geschäftsmodelle werden.
"Die hohe Offenheit gegenüber gebrauchten Elektrofahrzeugen zeigt, dass viele
Verbraucher nicht zwingend nach dem neuesten Modell suchen, sondern nach einem
bezahlbaren und verlässlichen Einstieg in die Elektromobilität", so Manuel
Schuler.
Lokale Wertschöpfung entscheidet über den Markterfolg
Für internationale Hersteller reicht es daher nicht aus, Elektrofahrzeuge
lediglich nach Indien zu exportieren. Die Studienergebnisse und die Entwicklung
des Marktes zeigen, dass langfristiger Erfolg eine starke lokale Verankerung
erfordert. Neben wettbewerbsfähigen Produkten gewinnen lokale
Produktionskapazitäten, regionale Partnerschaften und die Integration in
entstehende indische Wertschöpfungsnetzwerke zunehmend an Bedeutung.
Die Entwicklung erinnert in Teilen an die frühen Wachstumsjahre des chinesischen
Elektromobilitätsmarktes. Hersteller, die frühzeitig lokale Kompetenzen,
Partnerschaften und Wertschöpfung aufbauen, können nicht nur am Wachstum
partizipieren, sondern die zukünftige Wettbewerbslandschaft aktiv mitgestalten.
"Europäische Automobilhersteller müssen entscheiden, welche Rolle sie beim
Aufbau des indischen Ökosystems für Elektromobilität übernehmen wollen. Die
Erfahrungen aus China zeigen, dass frühe Investitionen in lokale Partnerschaften
und Wertschöpfung erhebliche Wachstumschancen schaffen können. Europäische
Hersteller konnten über viele Jahre von Marktzugang, Skaleneffekten und
profitablen Joint Ventures profitieren. Gleichzeitig trugen diese
Partnerschaften zum Aufbau eines zunehmend eigenständigen und global
wettbewerbsfähigen lokalen Automobilökosystems bei. Ob Indien eine vergleichbare
Entwicklung vollziehen wird, ist offen. Die strategische Leitlinie bleibt jedoch
dieselbe: Wer heute lokale Kompetenzen und Partnerschaften aufbaut, partizipiert
am Wachstum und prägt zugleich die Wettbewerberlandschaft von morgen", resümiert
Manuel Schuler.
Über die Umfrage
Die BearingPoint-Studie basiert auf einer internationalen Online-Befragung von
Autofahrerinnen, Autofahrern und potenziellen Fahrzeugkäufern in Deutschland,
Großbritannien, den USA, China und Indien. Insgesamt wurden über 10.000 Personen
befragt. Die Erhebungen fanden länderspezifisch statt. Abgefragt wurden unter
anderem Kaufabsichten, bevorzugte Antriebsarten, Nutzungs- und
Finanzierungsmodelle, Markenpräferenzen und Einstellungen zu gebrauchten
Elektrofahrzeugen. Die indische Stichprobe hat einen urbanen Schwerpunkt. Die
Ergebnisse beschreiben daher insbesondere die Perspektive urbaner indischer
Konsumentinnen und Konsumenten.
Über BearingPoint
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europäischen Wurzeln und globaler Reichweite, die Unternehmen mithilfe moderner
Technologien transformiert. Wir unterstützen Unternehmen bei der Transformation,
indem wir fundiertes Branchenwissen mit starken Kompetenzen in Strategie,
Geschäftsprozessen, Technologie und KI kombinieren. Unsere Beraterteams arbeiten
dabei in unterschiedlichsten Industrien - immer nah am Kunden. Spezialisierte
SAP- und Microsoft-Einheiten, ein starker Fokus auf KI sowie ergebnisorientierte
Softwarelösungen ermöglichen maßgeschneiderte, innovative Lösungen für die
Herausforderungen unserer Kunden.
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Organisationen. Das globale Netzwerk von BearingPoint mit mehr als 15.000
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unterstützt Kunden in über 70 Ländern und
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Geschäftserfolg.
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