27.10. 07:10

Wahl in Israel beginnt mit Gedenken an Hamas-Opfer


TEL AVIV (dpa-AFX) - Gut drei Jahre nach dem verheerenden Hamas-Angriff vom 7. Oktober haben Angehörige mit einer Schweigeminute an die Opfer erinnert. Die Angehörigen, darunter auch Familienmitglieder ehemaliger israelischer Geiseln, versammelten sich auf dem sogenannten Geiselplatz in Tel Aviv und hielten um 06.29 Uhr Ortszeit (05.29 MEZ) inne - genau zu der Uhrzeit, zu der 2023 der Hamas-Angriff auf Israel begonnen hatte.

Einav Zangauker, Mutter der freigelassenen Geisel Matan Zangauker, sagte auf dem Platz: "1.200 Menschen wurden ermordet und sind gefallen, 251 wurden an diesem schrecklichen Tag entführt. Denkt an sie an der Wahlurne, darum geht es am heutigen Wahltag - geht wählen, damit das Versagen sich nicht wiederholt, damit wir wissen, was passiert ist und wer die Verantwortung trägt, damit wir endlich anfangen können, die Schäden aufzuarbeiten und (das Land) wiederaufzubauen."

Es ist die erste Wahl nach dem Hamas-Massaker in Israel am 7. Oktober 2023. Der Terrorüberfall war der Auslöser für den verheerenden Gaza-Krieg mit Zehntausenden Toten. Das harte militärische Vorgehen im Gazastreifen hat Israel international isoliert. Netanjahu weigert sich bis heute, persönliche Verantwortung für das Versagen des Staats und der Sicherheitskräfte am 7. Oktober zu übernehmen.

Michel Illouz, dessen Sohn Guy damals entführt und in der Geiselhaft getötet wurde, sagte: "Wenn ich in der Wahlkabine stehe, werde ich an meinen Guy denken. An das Leben, das er hatte, und an die Zukunft, die ihm und mir genommen wurde. Ich rufe die Menschen in Israel auf: Denkt an ihn, wenn Ihr eure Stimme abgebt. Geht wählen, damit sich in diesem Land etwas ändert."/le/DP/zb